Haremhab (1334-1306 v. Chr.)        Grab

An Tutanchamuns und Ejes Seite stand stets General Haremhab. Nach Ejes Tod machte er sich zum König und besann sich einer Praktik, die im Neuen Reich schon des öfteren herhalten mußte, wenn ein Geschlecht keine Nachkommen hervorgebracht hatte, des Gottesurteils. Der Horus von Hnes, seiner Heimatstadt, habe ihm die Königswürde verheißen, ließ er auf seiner Krönungsstatue verlauten. Weiterhin bekräftigte er seinen Anspruch durch die Heirat mit der Hofdame Mutnodjme, einer Schwester Nofretetes. Als König verkörperte er weniger den Feldherrn als vielmehr den Juristen. Er erließ ein umfangreiches Dekret, das traditionelle Gesetze reformierte. Es setzte Steuern und Abgaben neu fest. Während seiner dreißigjährigen Herrschaft begnügte er sich mit der Absicherung nach innen, für auswärtige Beziehungen gibt es kaum Hinweise, wenn man von einem Feldzug nach Kusch und einer Handelsexpedition nach Süden absieht. Haremhab hegte keinerlei Groll gegen seinen einstigen König Echnaton. Er ließ einen ehemaligen Würdenträger aus Amarna zum Hohenpriester des Re in Heliopolis ernennen. Unter Haremhab wurde die alte Hierarchie des Priester- und Beamtenstaates wiederhergestellt. Haremhabs Regierung wurde in der ägyptischen Chronologie der Ereignisse direkt an die des Königs Amenhotep III. angebunden, womit Echnaton, Tutanchamun und Eje ausgelöscht wurden. Diese „Korrekturen“ verdanken wir aber den Annalisten der Ramseszeit. Sie wurde also erst viele Jahre später vorgenommen. Sein Schicksal war es, daß mit ihm die XVIII. Dynastie endgültig beendet war. Haremhab hatte frühzeitig vorgesorgt. Noch in seinen Generalstagen hatte er sich in Sakkara eine Grabstätte bauen lassen. Als König stand ihm dann auch ein Grab im Tal der Könige zu, in dem er dann zur letzten Ruhe gebettet wurde.