Königin Hatschepsut Grab Tempel
Hatschepsut wurde als Tochter des Königs
Thutmosis I. (1506-1494 v. Chr.) geboren. Thutmosis I. war ursprünglich nur ein
General gewesen, jedoch von seinem Vorgänger Amenhotep
I. zum Regenten bestimmt worden, da dieser keinen Sohn hatte. In ihrer Jugend
war Hatschepsut eine normale ägyptische Prinzessin. Nach dem Tod ihres Vaters
wurde ihr Halbbruder Thutmosis II. (1494-1490 v. Chr.) König und Hatschepsut
seine Große Königliche Gemahlin.Hatschepsut gebar ihrem Halbbruder eine
Tochter, Neferure, aber keinen Thronfolger.
So wurde nach dem Tod von König Thutmosis II. sein Sohn Thutmosis III., Kind einer Nebenfrau, der neue König. Thutmosis III. war noch zu jung, also übernahm Hatschepsut die Regentschaft. Auf Darstellungen aus dieser Zeit erscheint sie gemeinsam oder sogar hinter Thutmosis III. Dann setzte ein radikaler Umschwung ein. Plötzlich wird Hatschepsut mit allen offiziellen Titeln eines ägyptischen Königs bezeichnet und ihr Stiefsohn erscheint nur noch in einer untergeordneten Rolle, er wurde aber nie verleugnet.
Hatschepsut (1.5.1490-30.1.1468 v. Chr.) begann sich als Mann und als König Ägyptens mit Königsbart darzustellen. Ohne die Unterstützung der Amun-Priesterschaft wäre Hatschepsuts Aufstieg nicht möglich gewesen. Besonders Hapuseneb, der Oberpriester, war ein treuer Verbündeter. Er half ihr bei der Erschaffung des Mythos ihrer göttlichen Abstammung von Amun. Ihre Macht wollte sie auch mit der These untermauern, das ihr Vater sie zu seiner Erbin bestimmt hat. Die Tochter des Amun regierte das Land ganz nach ihren eigenen Vorstellungen. Dank ihrer klugen Politik lebte das Land in Frieden.Ihr Stolz war die innere Entwicklung Ägyptens und die Förderung des Handels. Sie arbeitete an der wirtschaftlichen Verwaltung des Landes und an ihren immensen Bauvorhaben.
Hatschepsuts hatte sich, nicht ohne Erfolg, auf friedliche Bemühungen um wirtschaftliche und kulturelle Beeinflussung fremder Länder konzentriert. In der Außenpolitik hielt sie sich an den traditionellen Kurs. Die Bauvorhaben am Zweiten Katarakt standen im Zusammenhang mit der Goldbeschaffung aus dem Süden, auch die Ausbeutung der Goldvorkommen im Sinai wurde gefördert. Die Reise nach Punt bildete den Höhepunkt ihrer Politik: zahlreiche Reliefs im Tempel von Deir-el-Bahari berichten von den fünf großen Schiffen, die gewerbliche Erzeugnisse aus Ägypten nach Punt brachten und mit Kleinvieh, Affen, Weihrauchbäumchen, Elfenbein, Myrrhe und seltenem Holz zurückkehrten. Punt läßt sich heute leider schlecht lokalisieren. Wahrscheinlich handelt es sich um das heutige Somalia oder Eritrea. Schon im Alten Reich wurde Punt von den Ägyptern aufgesucht. Sie nannten es auch das Land des Weihrauchs.
Nach 20jähriger Regierungszeit verstarb Hatschepsut. Oft wird behauptet, daß Thutmosis III. an ihren Tod nicht ganz unschuldig war. Dafür gibt es jedoch keinen Hinweis. Sicher ist jedoch, daß irgendwann nach ihrem Tod der Versuch unternommen wurde, das Andenken an Hatschepsut auszulöschen. Ihre Obelisken im Karnak-Tempel in Theben wurden verändert, ihre Statuen verstümmelt und die Reliefs in den Tempeln ausgemeißelt. Diese Zerstörungen scheinen jedoch erst relativ spät in der Regierungszeit Thutmosis III. erfolgt zu sein, von brennendem Haß kann man nicht sprechen. Vielleicht wollte Thutmosis III. nur die Erinnerung an seine weibliche Vorgängerin auslöschen, um sich besser in eine Linie mit Thutmosis I. zu setzen. Auch Ramses II. ließ einige der Kartuschen Hatschepsuts entfernen.
Gegen Ende der XX. Dynastie diente der Tempel als Friedhof der Priester und Priesterinnen des Amun-Tempels und später im 5. Jahrhundert wurde auf den Ruinen ein Kloster errichtet. Die Mumie Hatschepsuts wurde bis heute nicht gefunden, es spricht jedoch vieles dafür, daß sie von Thutmosis III. ein königliches Begräbnis erhielt und in ihrem Grab im Tal der Könige beigesetzt wurde.