Ramses III. (1184-1153 v. Chr.)        Grab

Die internationale Situation hatte sich verändert. Ramses III. hatte die langen Friedensperioden von Ramses II. nicht mehr kennengelernt. Er mußte gefährliche Eindringlinge zurückweisen. Zweimal gelang es libyschen Banden sich in das westliche Delta einzuschleichen. Zweimal stellte die ägyptische Armee unter Ramses III. die Ordnung wieder her. Für eine Zeitlang kehrte Ruhe an den Grenzen ein.Die Koalition der indoeuropäischen Völkerschaften im Jahr 8 war um vieles ernster. Die Armee mußte sich einem zahlenmäßig überlegenen Feind stellen und sowohl auf dem Festland als auch auf dem Nil kämpfen. Ramses III. konnte mit dem Beistand Amuns siegreich heimkehren. Die ägyptische Strategie war erfolgreich. Ramses III. ließ auf die Mauern von Medinet Habu, seinem „Tempel der Millionen Jahre“, den Bericht über seine militärischen Erfolge schreiben. Ramses III. hatte trotz allem erfolgreich die Integrität seines Landes erhalten und das Unglück abgewendet.

Das Ende der Regierung von Ramses III. war tragisch. Es gab einen Widerstand religiöser Clans und eine Wirtschaftskrise, die einen Streik in Deir el-Medina hervorruf. Die Handwerker erhielten keine Nahrungsmittelzuteilungen mehr und protestierten. Die Nahrung wurde wenig später geliefert und die Arbeit wurde wieder aufgenommen. Im Palast gab es ein Komplott gegen Ramses III. Seine nächsten Kreise versuchten ihn zu töten, indem sie schwarze Magie anwendeten. Sie versagten und wurden angeklagt. Die Hauptangeklagte war Tiji, eine Nebenfrau, die ihren Sohn Pentewere als Thronfolger einsetzen wollte. Ungewöhnlich ist, daß eine Kommission mit allen Rechten eingesetzt wurde, auch dem Recht, die Todesstrafe auszusprechen, was normalerweise nur dem König vorbehalten war. Dies bedeutet, daß Ramses III. noch vor Ende der Verhandlungen verstarb, wenn auch nicht notwendigerweise infolge des Attentats. Ramses III. litt unter der Undankbarkeit und dem Verrat derer, in die er sein Vertrauen gesetzt hatte.