Echnatons
letzte Regierungsjahre sind weitgehend unbekannt. Ein
aufschlußreicher Fund stammt aus dem 12. Regierungsjahr: zwei Weinkrüge, deren
Beschriftung den Namen Amun trägt. Amun war nicht absolut verdrängt worden.
Atons Frieden gründete sich nicht auf einen Krieg gegen Amun. Im 12.
Regierungsjahr brach ein großes Unglück über die Königsfamilie herein. Die
zweitälteste Tochter Maketaton starb und nur wenig später starb die Königin
Nofretete. Ohne Nofretete konnte Echnaton die theologische und symbolische
Funktion, die der Kult des Sonnesgottes erforderte, nicht mehr erfüllen. So
ernannte er gegen Ende des 13.
Regierungsjahres Semenchkare zum Mitregenten. Der Pharao Echnaton hatte
Semenchkare bereits ein Jahr zuvor mit seiner ältesten Tochter Meritaton
verheiratet. Semenchkare starb als designierter Pharao nach wenigen Jahren
gemeinsamer Regierung noch vor Echnaton. Im
16. Regierungsjahr griff die ägyptische Armee auf Echnatons Befehl unter
General Haremhab in Nordsyrien ein. Echnaton regierte also noch. Er urteilte, daß
die Hethiter zu weit gegangen seien und entschloß sich endlich zu reagieren.
Dies war die letzte bekannte Amtshandlung aus Echnatons Regierungszeit. Höchstwahrscheinlich
wurde Echnaton nach seinem Tod 1347 v. Chr. im Königsgrab in Achetaton
beigesetzt. Die Rückkehr nach Theben und zum Amunkult vollzog sich nicht plötzlich.
Eine Stele zeigt Echnatons Nachfolger Tutanchaton vor
seiner Namensänderung bei der Anbetung des Amun-Re. Der in Achetaton ebenso wie
in Theben sorgfältig vorbereitete Übergang verlief nach einem rituellen Prozeß,
der sich in der Wiederholung der alten Kulte vollendete.
Echnatons Nachfolge verlief friedlich. Die Stunde war gekommen, der
Aton-Erfahrung ein Ende zu setzten und zwar möglichst ohne besondere Zusammenstöße.
Es gab weder einen Bürgerkrieg noch Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern
des einen oder des anderen Gottes. Ägypten
wurde noch viele Jahre von engen Vertrauten Echnatons regiert.